Aktionen

Ob man sich bei der Gartenrunde Inspirationen für die Gestaltung des eigenen Gartens holt, bei der Pflanzentauschbörse das Pflanzenrepertoire des heimischen Gartens vergrößert oder auch seine Gartenäpfel bei der Apfelsammelaktion zur Herstellung des leckeren ostfriesischen Appeltuuns abgibt, mehrmals im Jahr veranstaltet der BUND Regionalverband Ostfriesland Aktionen zu verschiedensten Themen.


Baumpflege

Bäume gehören zu den imposantesten Pflanzen dieser Welt. Bäume formen den Lebensraum Wald. Der Mensch hat Bäume nach seinen Vorstellungen selektiert, verändert, gezüchtet und veredelt. Nur ein geringer Anteil der heute in Ostfriesland anzutreffenden Bäume würde ohne menschlichen Eingriff hier wachsen.

Zu den am weitesten verbreiteten Bäumen zählen die Obstbäume, auch wenn die Zahl in Ostfriesland dramatisch abnimmt. Die Kulturlandschaft "Obstwiese" gehörte in die dörfliche Struktur und die Versorgungslandschaft der Städte, sicherte sie doch die Ernährung und vor allem die Nahrungsbevorratung der Bevölkerung. Der BUND-RV-Ostfriesland legt regelmäßig Streuobstwiesen an und begleitet die Pflege dieser Anlagen.

Über viele Jahrhunderte diente nicht das heute gebräuchliche Nadelholz als Baumaterial, sondern die heimischen Laubbäume. Dabei verarbeiteten die Baumeister gezielt Arten für besondere Funktionen. Im ländlichen Raum wurden dafür gezielt Bäume über Generationen hinweg kultiviert. Über Generationen galt der Grundsatz: Der Mann pflanzt den Baum, der Sohn pflegt den Baum, der Enkel baut sein Haus daraus. Das ist eine der Erklärungen, warum im ländlichen Raum verschiedene Bäume kultiviert wurden. Heute ist das die ökologisch angestrebte Vielfalt. Auch diese Bäume müssen "gepflegt" werden, um dem Nutzungszweck zu genügen.

Bäume werden und wurden aber auch aus anderen Nutzungsüberlegungen angepflanzt. In Ostfriesland wurden Bäume als "Trutzbäume" um die Höfe gepflanzt. Sie sollten den Sturm brechen, bevor er auf die Gebäude trifft. Der häufigste Baum hierfür war die Eiche. Andere Bäume wurden nah an das Wohnhaus gepflanzt, häufig Linden, um den Wasserhaushalt an den Fundamenten und den Vorratskellern zu regulieren. Damit diese Bäume nicht zu mächtig, und ihrerseits zu einer Gefahr bei Sturm wurden, stutzte man sie nach einigen Jahren, damit sich Wassertriebe bildeten, die die Funktion weiter erfüllten.


Andere Arten wurden entlang von Wegen und Zufahrten kultiviert, um den Untergrund für Vieh und Wagen zu befestigen. Dazu gehörten Kastanien, Linden, Pappeln und Ahorn. Diese Alleen wurden regelmäßig geerntet und durch junge Bäume ersetzt. Häufig blieben die Bäume an den Wegekreuzen stehen und wurden sehr alt und mächtig.


Das sind diejenigen Bäume, die wir so sehr bewundern und die als gestalterisches Landschaftselement im Rest von Deutschland häufig unter dem Schutz der Behörden und der Bevölkerung stehen. Nicht wenige davon sind 300-500 Jahre alt.

Baumpflege ist also nicht nur zum Ziel der Erhaltung des Baumes, auch zur Sicherung seines Wertes und seiner Funktion und Verwendung. Baumpflege ist ein wesentliches Element der Lebenserhaltung von Bäumen, ausserhalb von Urwäldern und solchen Habitaten, wo der Tod eines Baumes ökologische Notwendigkeit für den Bestand des Lebensraumes ist.


Heute wird viel über die Baumpflege im Zusammenhang mit der "Verkehrssicherungspflicht" gesprochen. Es soll aber der Eindtruck vermieden werden, dass das der einzige Aspekt der Baumpflege ist. Baumpflege an Obstgehölzen ist notwendig, um diese gezüchteten Bäume gesund zu erhalten, den Ertrag zu sichern und die Ökologie des Lebensraumes "Obstwiese" zu erhalten.

In jedem Lebensstadium ist die Obstwiese wertvoll, den vollen Wert für die Artenvielfalt entwickelt sie aber erst nach 10-30 Jahren. Die Pflege der Obstwiesen ist also enorm wichtig, um das Biotop in seine effektive Phase zu bringen. 


Bild: UGOstfriesland ist ein sehr flaches und niedriges Land. Der Wasserhaushalt und die Entwässerung ist eine Aufgabe die ständig Herausforderungen bringt. In früheren Jahrhunderten haben die Wasserbauer diese Aufgabe mit vielen kleinen Windpumpen und vielen Bäumen bewältigt. Die sogenannten "Säufer" unter den Bäumen wurden gezielt angebaut, um Wasser zu verdunsten. Gleichzeitig wurden diese Bäume als Nutzbäume für Baumeister, Korbflechter, Fischer und Händler kultiviert. Daraus entstanden durch Selektion und Pflege z.B. die Kopfweiden, Korbweiden, Besenbirken, Silberpappeln.

Die meisten Menschen erfreuen sich an Trauerweiden an Seen, Kopfweiden an Bächen und Pappeln an den Außenflanken der Treidelpfade entlang der Kanäle. Damit diese "Produktionsmittel Baum" funktionieren, müssen sie gepflegt werden. Diese Funktion kann in Heller und Pfennig belegt werden, denn jedes Qubikmeter Wasser, dass die Pumpen nicht an den Sielen fördern müssen, spart bares Geld. Bedenkt man, dass eine große Buche jeden Tag mehrere m³ verdunstet, rechnet sich der Umweltschutz und die Baumpflege.



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