Am 15. Februar ist der „Tag des Regenwurms“. Aus diesem Anlass weist der BUND Ostfriesland auf die Bedeutung lebendigen Bodens und die Bedeutung des Regenwurms hierfür hin.
„Unser Boden ist ein besonders wertvolles Gut, da er die Grundlage des Lebens ist,“
sagt Rolf Runge, Vorsitzender des BUND in Ostfriesland. „Böden wirken als Filter gegenüber Schadstoffen und schützen so das Grundwasser. Sie sind die Grundlage für das Wachstum von Pflanzen und somit auch für unsere Ernährung.“ Boden besteht aus Sand, Schluff und Ton sowie organischem Material, dem Humus. Humus speichert Wasser und Nährstoffe und darüber hinaus bindet er auch den klimaschädlichen Kohlenstoff. Für die Umwandlung von Tier- und Pflanzenresten in Nährstoffe ist ein lebendiger Boden unerlässlich. Dabei spielt der Regenwurm eine wichtige Rolle und wird unterstützt durch eine Vielzahl von Einzellern, Fadenwürmern Asseln, Milben, Springschwänzen, Pilzen und Algen.
Viele Bodenlebewesen sind nicht immer mit bloßem Auge erkennbar; sie sind aber so zahlreich, dass in einem Hektar gesunden Bodens ca. 15 Tonnen von ihnen vorkommen; das entspricht in etwa 20 Kühen.
Der BUND fordert daher mehr Rücksicht auf unsere Böden: Sie sind vor allem gefährdet durch vielfältige Versiegelungen, aber auch durch die Klimakrise und Erosion. Allein in der EU gehen durch Erosion fast eine Milliarde Tonne Boden verloren. Dies ist mehr, als durch naürliche Neubildung an Boden hinzukommen kann. Dadurch wird nicht nur unsere Ernährungsgrundlage gefährdet, sondern auch die Wasseraufnahmefähigkeit der Böden und die Grundwasserneubildung.
Zur Verbesserung der Bodenlebendigkeit durch mehr Humus kann jeder Gartenbesitzer beitragen durch Kompostierung und Einbringung organischen Düngers. Auch in der Landwirtschaft gibt es mittlerweile viele Ansätze, Humusneubildung gezielt zu fördern.
Hintergrund Regenwurm
Regenwürmer-Arten gibt es weltweit knapp 700, in Deutschland etwa 40. Es gibt sie überall dort, wo organisches Material anfällt, welches ihnen als Nahrungsgrundlage dient. Das kann im Wald, auf dem Feld, auf einer Wiese oder im Garten sein. Indem sie anfallende Biomasse wie z. B. Blätter als Futter nutzen, sind sie Teil eines wichtigen Nährstoffkreislaufes. Ihre Ausscheidungen tragen zur Bodenbildung bei und sind reich für die Pflanzen wichtigen Nährstoffen.
Zu beobachten sind bei uns vor allem drei Arten:
Kleine dünne Arten, die an der Bodenoberfläche leben und die man auch im Kompost häufig in Knäueln entdecken kann (Epigäische Arten),
mittelgroße und oft mit blasser Färbung oder Pigmentierung versehene Arten, die sich im Boden waagerecht und langsam fortbewegen (Endogäische Arten)
sowie den eigentlichen „Star“ im Boden, den großen Regenwurm (Anektische Arten). Er besitzt eine sehr starke Muskulatur und kann sich tief in den Boden graben. Zum Fressen kommt er an die Oberfläche (meist bei Regen) und zieht dann Pflanzenabfälle in seinen Gang, wo sie durch Bakterien zersetzt werden. Durch seine Grabetätigkeit trägt er besonders zur Durchlässigkeit des Bodens bei. An den geringelten Kothaufen kann man sein Vorkommen erkennen.